Archiv für den Monat: März 2014

“Über den Gartenzaun geplaudert” – 20. März 2014

18-DSC01171 12-DSC01165Momentan befinden wir uns im Erstfrühling. Er beginnt mit der Blüte der Forsythien . Jetzt werden mediterane Kräuter, wie Salbei, Thymian und Lavendel geschnitten. Diese zählen nicht zu den Stauden, also den krautigen Pflanzen, sondern sind eigentlich Gehölze. Deshalb werden sie, um nicht zu verholzen, um ungefähr ein Drittel gekürzt und können so von unten wieder frisch austreiben. Auch Ziergräser werden jetzt bodengleich abgeschnitten. So lässt man ja einige, etwas frostempfindlichere Gräser, zum Schutz der Wurzel vor Fäulnis und Frost, über den Winter stehen. Oder auch, weil es schön anzusehen ist, wenn sie von Reif überzogen, im Winter, dem Garten Struktur verleihen und schmücken. Jetzt aber fangen sie schon wieder an von unten raus zu spitzeln und es ist sinnvoll, diesen neuen Trieben Platz zu machen.

Auch sommerblühende Sträucher wie Potentilla, Buddleia, Bartblume, Hydrangea und natürlich auch Rosen werden jetzt geschnitten. Das Thema Rosenschnitt ist so umfangreich, dass ich ihm gern ein eigenes Kapitel widmen möchte. Wie sanft oder radikal die Gehölze geschnitten werden, ist zum Teil eine Geschmacksfrage und hängt davon ab, was ich damit erreichen möchte. Und ich muss, wie ich immer zu sagen pflege, wissen, mit wem ich es zu tun habe. Nehmen wir zum Beispiel die Hydrangea, die Hortensie. Bei ihr gibt es wie bei den meisten Pflanzen verschiedene Unterarten mit unterschiedlichen Phänomenen. So blühen alle Sorten der Hydrangea macrohylla ( Bauernhortensie ) am Holz, welches im Vorjahr gebildet wurde. Deshalb schneidet man bei diesen Sorten nur alte Blüten oder abgestorbenes Holz ab, da sie sonst nicht blühen würden. Anders verhält es sich aber bei den Arten Hydrangea paniculata und aborescens ( Rispenhortensie, Ballhortensie ).  Beide blühen am diesjährigen Holz und ein etwas radikalerer Schnitt macht sie buschiger und kräftiger.

 

“Über den Gartenzaun geplaudert” – 14. März 2014

Saß ich vor einem Jahr, Mitte März, noch mit einer heißen Tasse Tee und einem prasselnden Holzofen im Rücken, an meinem Schreibtisch und bin dabei meiner winterlichen Tätigkeit, dem Entwerfen von Gartenplänen, nachgegangen, so ist dieses Jahr wieder alles anders. Bei dieser, für diese Jahreszeit, sehr milden Witterung haben sich schon so allerlei Pflanzen entschieden in ihre Vegetationsphase überzugehen. Verschiedene Gehölze schlagen aus, Palmkätzchen blühen schon und Stauden und Zwiebelpflanzen spitzeln aus dem Boden. Wie bei Frau Holle der Apfelbaum schreit: „ Schüttel mich, schüttel mich, meine Äpfel sind reif “, so meine  auch ich meinen Garten rufen zu hören, ich solle doch nun dringend die anstehenden Frühjahrsarbeiten verrichten. Es ist eben alles eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Für welche Arbeiten ist jetzt der richtige Zeitpunkt, welche Arbeiten sind zu tun? Die meisten Gartenratgeber oder Gartenbücher richten sich nach dem astronomischen Kalender, der in 12 Monate, bzw. 4 Jahreszeiten eingeteilt ist. So wird von den Ratgebern angegeben was in welchem Monat und zu welcher Jahreszeit zu tun ist. Da aber kein Jahreslauf dem anderen gleicht, und auch das Klima der einzelnen Regionen unterschiedlich ist,  sind wir mit dieser Vorgehensweise nicht unbedingt gut beraten. Denn würde es denn Sinn machen, wie es in dem alten Volkslied: „ Im Märzen der Bauer die Rösser einspannt…“ erklingt, schon den Boden zu bearbeiten, wenn dieser noch mit Schnee bedeckt und gefroren ist?  Als naturverbundene Gärtner sind wir gut beraten im Einklang mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie, ansonsten würde sie uns schon eines Besseren belehren. Durch jahrhundertelange Beobachtung der selbigen sind viele Bauernregeln und der Phänologische Kalender entstanden. Der Phänologische Kalender ist eingeteilt in 10 Jahreszeiten:  den Vor- Erst- und Vollfrühling, den Früh- Hoch- und Spätsommer, den Früh- Voll- und Spätherbst und den Winter. Maßgeblich für die Jahreszeiten sind die Zeichen der Natur. Jede Jahreszeit wird durch ein bestimmtes Pflanzenereignis, ein Phänomen, eingeläutet. Aufgrund jahrelanger Beobachtungen und Erfahrungen, kann man dann den verschiedenen Jahreszeiten und ihren Phänomenen, die anstehenden gärtnerischen Arbeiten zu ordnen.

 

„Über den Gartenzaun geplaudert“ – 13. März 2014

Seit einigen Jahren berate ich als Rosenflüsterin  Kunden und gestalte ihre Gärten.

Immer wieder werde ich von Garteninteressierten um Tipps gebeten oder es werden mir verschiedenste Fragen gestellt. Zum Beispiel –  welche Arbeiten fallen jetzt im Garten an?  oder –  soll man jetzt schon die Rosen schneiden?

Deshalb habe ich mich dafür entschieden für alle Kunden, Garteninteressierten und die, die es noch werden wollen, den Gartenblog –” Über den Gartenzaun geplaudert” – einzurichten.

Sind doch Gärtner eine ganz eigene Spezies. Sie tauschen untereinander nicht nur Pflanzen aus , sondern auch ihr Wissen, ihr Freud und Leid mit dem Eigensinn der Natur ( die meistens tut, was sie will ) und die Philosophie, die uns ein Garten vermitteln kann. Ich jedenfalls, die ich mich zu dieser Spezies zugehörig fühle, möchte in diesem Blog einiges von dem Wissen und dem Erfahrungsschatz der sich in den „Gärtnerjahren“ angesammelt hat weitergeben.

Viel Spaß beim Lesen – Eure Rosenflüsterin –