„Über den Gartenzaun geplaudert“ – 14. März 2014

Saß ich vor einem Jahr, Mitte März, noch mit einer heißen Tasse Tee und einem prasselnden Holzofen im Rücken, an meinem Schreibtisch und bin dabei meiner winterlichen Tätigkeit, dem Entwerfen von Gartenplänen, nachgegangen, so ist dieses Jahr wieder alles anders. Bei dieser, für diese Jahreszeit, sehr milden Witterung haben sich schon so allerlei Pflanzen entschieden in ihre Vegetationsphase überzugehen. Verschiedene Gehölze schlagen aus, Palmkätzchen blühen schon und Stauden und Zwiebelpflanzen spitzeln aus dem Boden. Wie bei Frau Holle der Apfelbaum schreit: „ Schüttel mich, schüttel mich, meine Äpfel sind reif “, so meine  auch ich meinen Garten rufen zu hören, ich solle doch nun dringend die anstehenden Frühjahrsarbeiten verrichten. Es ist eben alles eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Für welche Arbeiten ist jetzt der richtige Zeitpunkt, welche Arbeiten sind zu tun? Die meisten Gartenratgeber oder Gartenbücher richten sich nach dem astronomischen Kalender, der in 12 Monate, bzw. 4 Jahreszeiten eingeteilt ist. So wird von den Ratgebern angegeben was in welchem Monat und zu welcher Jahreszeit zu tun ist. Da aber kein Jahreslauf dem anderen gleicht, und auch das Klima der einzelnen Regionen unterschiedlich ist,  sind wir mit dieser Vorgehensweise nicht unbedingt gut beraten. Denn würde es denn Sinn machen, wie es in dem alten Volkslied: „ Im Märzen der Bauer die Rösser einspannt…“ erklingt, schon den Boden zu bearbeiten, wenn dieser noch mit Schnee bedeckt und gefroren ist?  Als naturverbundene Gärtner sind wir gut beraten im Einklang mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie, ansonsten würde sie uns schon eines Besseren belehren. Durch jahrhundertelange Beobachtung der selbigen sind viele Bauernregeln und der Phänologische Kalender entstanden. Der Phänologische Kalender ist eingeteilt in 10 Jahreszeiten:  den Vor- Erst- und Vollfrühling, den Früh- Hoch- und Spätsommer, den Früh- Voll- und Spätherbst und den Winter. Maßgeblich für die Jahreszeiten sind die Zeichen der Natur. Jede Jahreszeit wird durch ein bestimmtes Pflanzenereignis, ein Phänomen, eingeläutet. Aufgrund jahrelanger Beobachtungen und Erfahrungen, kann man dann den verschiedenen Jahreszeiten und ihren Phänomenen, die anstehenden gärtnerischen Arbeiten zu ordnen.

 

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